| Der Körper der getrenntgeschlechtigen
Tiere ist kurz gedrungen und ragt beim Kriechen kaum hervor. Der
Kopf hat einen breiten eingeschnittenen Schnauzenteil. Die feinen
Fühler sind lang und spitz und tragen seitlich an deren Basis
die Augen.
Beim männlichen Tier befindet sich der Penis neben der Innenseite
des rechten Fühlers. Das Weibchen hat unter dem Mantelrand
zwei Geschlechtsöffnungen, getrennt für die Befruchtung
und die Eiablage. Die Gemeine Kahnschnecke, welche 2-3 Jahre alt
werden kann, legt von Mitte April bis Anfang Oktober nachts 0,8-1,2
mm große Eikapseln mit ca. 70 Eiern an Steinen, Hartsubstrat
oder auf den Gehäusen der Artgenossen ab. In der Regel entwickelt
sich innerhalb von 4 bis 8 Wochen (je nach Umgebungstemperatur)
nur ein Ei in der Eikapsel zum Jungtier, die übrigen Eier dienen
als „Nähreier“. Dies bedingt eine geringe Vermehrungsrate
und ist auch einer der Gründe, dass diese Schnecke keine großen
Chancen hat, sich schnell über besiedelte Flusssysteme hinaus
auszubreiten. Beim Schlüpfen des Jungtieres wird der obere
Teil der Eikapsel an einer vorgebildeten Nahtlinie abgesprengt.
Das Jungtier ist beim Schlüpfen 0,5 bis 1 mm groß.
Als Nahrung dienen der Gemeinen Kahnschnecke in erster Linie Diatomeen
(Kieselalgen), deren Panzer mit Reibbewegungen gegen das harte Substrat
zerstört werden muß, damit die Algen dann verdaut werden
können; ein Grund, warum die Schnecke nur in Gewässern
mit steinigem Untergrund vorkommt.
Theodoxus fluviatilis ist in Deutschland in der norddeutschen
Tiefebene, besonders noch im östlichen Hügelland von Schleswig-Holstein,
in Mecklenburg-Vorpommern und in Nord-Brandenburg weit verbreitet;
im übrigen Deutschland sind die Populationen stark schwindend.
Vereinzelt findet man ihn noch in norddeutschen Flüssen (Weser
und Ems), in der Lippe im Ober- und Mittellauf, im Rhein, in der
Mosel, im Main, im Neckar und in der Fränkischen Saale. Die
Gemeine Kahnschnecke fehlt in den Alpen und deren nördlichen
Vorländern einschließlich des Donaugebiets.
Auf der „Roten Liste“ ist die Gemeine Kahnschnecke
als stark gefährdet eingestuft, da durch Gewässerregulierungen
und Gewässerverschmutzungen dieser Art teilweise die Ernährungsgrundlage
entzogen wird.
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